Wie lassen sich Kinder und Jugendliche in Bibliotheken für Naturwissenschaften und Technik begeistern? Mit Gelegenheiten zum eigenen Ausprobieren! Am 23. September 2026 kamen Bibliothekarinnen in der Kultur.schule in Malchin zu einem praxisorientierten Workshop zusammen. Im Mittelpunkt standen Mikroskopie, das Arbeiten mit dem Calliope mini und eine Insektenexkursion. Die Veranstaltung fand im Rahmen der TechnoTheken im MINT-Cluster openMINTed statt.
Fachlich gestaltet wurde der Workshop von Tom Bewersdorf aus der Fachdidaktik Biologie der Universität Rostock und Thomas Borowitz von MikroMINT. Begleitet wurde der Tag durch Cindy Kaeding und Susanne Brüggemann vom VDI. Gemeinsam verbanden sie naturwissenschaftliche Entdeckungen mit technischen Anwendungen und Anregungen für die Arbeit in den Bibliotheken.
Bibliotheken als Orte zum Entdecken und Experimentieren
Die TechnoTheken erweitern die Möglichkeiten von Bibliotheken: Neben Büchern stehen technische und naturwissenschaftliche Geräte, Bauteile und Lernsets zur Verfügung. So entstehen zusätzliche Zugänge zum individuellen Entdecken und zu gemeinsamen Lernangeboten – beispielsweise für Schulklassen. OpenMINTed
Damit aus dieser Ausstattung lebendige Angebote werden, braucht es Menschen, die mit den Materialien vertraut sind und andere zum Ausprobieren ermutigen. Genau hier setzte der Workshop in Malchin an: Die Bibliothekarinnen konnten selbst in die Rolle der Forschenden schlüpfen, Geräte kennenlernen und praktische Erfahrungen sammeln.
Mikroskopie: Kleine Dinge ganz groß
Ein Schwerpunkt des Tages war die Mikroskopie. An den vorbereiteten Arbeitsplätzen standen Stereomikroskope bereit, mit denen sich kleine Objekte und ihre räumlichen Strukturen genauer betrachten lassen.
Die Verbindung zur Naturbeobachtung liegt nahe: Was draußen zunächst unscheinbar wirkt, kann unter Vergrößerung zahlreiche Fragen aufwerfen. Wie ist ein Insektenkörper aufgebaut? Welche Merkmale lassen sich erkennen? Was unterscheidet verschiedene Fundstücke voneinander?
Für die Bibliotheksarbeit eröffnet dieser Zugang vielfältige Möglichkeiten. Bestimmungsbücher und Sachliteratur können mit eigenen Beobachtungen verbunden werden. Aus dem Nachlesen wird ein selbstständiges Untersuchen – und aus einer ersten Entdeckung eine neue Forschungsfrage.
Calliope und fischertechnik: Technik selbst ausprobieren
Auch beim technischen Teil blieb es nicht beim Zuschauen. Auf den Arbeitstischen lagen Calliope-mini-Boards, fischertechnik-Bauteile, Bauplatten und Verbindungskabel bereit. Gemeinsam mit den mitgebrachten Laptops bildeten sie die Grundlage für das praktische Arbeiten.
Die Teilnehmenden beschäftigten sich mit dem Zusammenspiel von Aufbau und Programmierung. Die Kombination aus einem selbst gebauten Modell und einer digitalen Steuerung bietet einen anschaulichen Einstieg: Ein Programm ist dann nicht nur etwas auf dem Bildschirm, sondern kann mit einem realen Aufbau verbunden werden.
Für die TechnoTheken ergeben sich daraus Anknüpfungspunkte für kleine Tüftelaufgaben, betreute Einstiegsangebote und gemeinsame Projekte mit Kindern und Jugendlichen. Dabei darf ausprobiert, nachgebessert und erneut getestet werden.
Mit Kescher und Becherlupe auf Insektenexkursion
Ein weiterer Teil des Workshops führte nach draußen. Mit Keschern und Becherlupen erkundeten die Teilnehmenden eine Wiesenfläche und gingen auf die Suche nach Insekten.
Zwischen Gräsern und Blüten wurde aufmerksam geschaut, gemeinsam beobachtet und über Entdeckungen gesprochen. Die Exkursion verband das Kennenlernen der Arbeitsmaterialien mit unmittelbarer Naturerfahrung: Insekten fangen, beobachten und bestimmen wurde zu einer praktischen Aufgabe statt zu einem ausschließlich theoretischen Thema.
Naturbeobachtung und Mikroskopie ergänzten sich dabei als zwei Zugänge zum genauen Hinsehen. Für spätere Bibliotheksangebote lässt sich diese Verbindung gut aufgreifen: draußen entdecken, mit Vergrößerung genauer untersuchen und mithilfe von Literatur mehr erfahren.
Wissen und Erfahrungen in die Bibliotheken tragen
Der Workshop machte deutlich, wie unterschiedlich die Zugänge zu MINT sein können: über einen Blick durch das Mikroskop, einen technischen Aufbau oder eine Entdeckung auf der Wiese. Für MikroMINT gehört diese Verbindung von Naturwissenschaften, Technik und eigenem Handeln zum Kern einer lebendigen Bildungsarbeit.
Bibliothekarinnen übernehmen dabei eine wichtige Rolle als Vermittlerinnen. Sie können Materialien zugänglich machen, erste Fragen aufgreifen und Menschen ermutigen, etwas Neues auszuprobieren. Das entspricht dem Ansatz von openMINTed, gemeinsam mit Bibliotheken und weiteren Partnern dauerhafte außerschulische Lernorte zu entwickeln. Biodidaktik Universität Rostock
Wir danken allen teilnehmenden Bibliothekarinnen für das gemeinsame Ausprobieren und den Austausch, Tom Bewersdorf für die fachlichen Impulse, Cindy Kaeding und Susanne Brüggemann für die Begleitung durch den VDI sowie der Kultur.schule Malchin als Veranstaltungsort.
Hintergrund: Das MINT-Cluster openMINTed
Der Workshop gehörte zur Projektphase openMINTed II – „Verstetigung und Ausbau von MINT-Entwicklungszentren und TechnoTheken in M-V“.
Im openMINTed-Verbund arbeiten MikroMINT e.V., die Universität Rostock, der VDI Bezirksverein Mecklenburg-Vorpommern, der Evangelische Bildungscampus Dettmannsdorf und mrschmidt Architekten zusammen. MikroMINT
Die Förderung erfolgt durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) im Rahmen der MINT-Cluster-Förderung. Universität Rostock
Kontakt
Sie möchten mehr über die TechnoTheken, unsere MINT-Angebote oder mögliche Kooperationen erfahren?
MikroMINT e.V. – Schülerforschungszentrum Rostock
Ansprechpartner: Thomas Borowitz
Groß Schwaßer Weg 11, 18057 Rostock
E-Mail: info@mikromint.de
Telefon: +49 1511 033 8963. MikroMINT
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