Citizen Science trifft Meeresforschung: Gemeinsam mit dem IOW, PromOcean und dem Ocean Technology Campus Rostock bringt MikroMINT moderne Umweltmesstechnik direkt in den Schulalltag.
Was auf den ersten Blick vielleicht nach Angeln aussieht, ist in Wirklichkeit Forschung: Eine Schülergruppe der Borwinschule Rostock wird künftig regelmäßig an der Kaikante im Rostocker Stadthafen arbeiten, eine Sonde betreuen, Messwerte kontrollieren und damit Daten aus der Unterwarnow sammeln. Mit der Übergabe der ersten Warnow-Sonde ist das Citizen-Science-Projekt nun offiziell gestartet.
Die Warnow-Sonde wurde am Rostocker Stadthafen beim Restaurantschiff „Otto’s“ in Betrieb genommen. Dort misst sie ab sofort kontinuierlich wichtige Umweltparameter im Flusswasser – darunter Wassertemperatur, Leitfähigkeit zur Bestimmung des Salzgehaltes und Messtiefe. Die Daten werden automatisch übertragen, gespeichert und visualisiert. So entsteht Schritt für Schritt ein langfristiger Datensatz, der helfen kann, Veränderungen in der Unterwarnow besser zu verstehen.
Forschung des IOW kommt in die Schule
Entwickelt wurde die Sondentechnik unter Leitung des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung Warnemünde (IOW). Die wissenschaftliche Entwicklung sowie Bau und Test der Prototypen erfolgten unter Federführung des IOW. Die Warnow-Sonde ist so konzipiert, dass sie wissenschaftlich belastbare Umweltmessungen ermöglicht und gleichzeitig offen genug ist, damit Jugendliche praktisch damit arbeiten, sie verstehen und perspektivisch weiterentwickeln können.
Für MikroMINT ist genau dieser Ansatz zentral: Forschung soll nicht nur erklärt, sondern erlebbar werden. Schüler*innen arbeiten nicht an einem Modellversuch im Klassenraum, sondern an einem echten Messsystem mit realen Daten aus ihrer Stadt.
PromOcean und Ocean Technology Campus Rostock als Rahmen
Entstanden ist die Warnow-Sonde ursprünglich im Projekt Ocean Talents am Ocean Technology Campus Rostock. Inzwischen wird das Vorhaben im Projekt PromOcean weitergeführt. Ziel ist es, aus der technischen Entwicklung ein dauerhaftes Citizen-Science-Projekt aufzubauen und das Messnetz in der Unterwarnow schrittweise zu erweitern.
MikroMINT übernimmt dabei die Schnittstelle zwischen Forschung und Schule: Wir begleiten die beteiligten Schülergruppen, unterstützen bei Messpraxis, Datenauswertung, Wartung und technischer Weiterentwicklung und machen maritime Forschung für Jugendliche greifbar.
Borwinschule macht den Anfang
Den Auftakt macht die Borwinschule Rostock. Die beteiligten Schüler*innen übernehmen künftig eine aktive Rolle im Projekt: Sie lernen, Messwerte einzuordnen, technische Systeme zu betreuen und eigene Fragen an die Daten zu stellen. Damit wird die Warnow-Sonde zu einem Lernort direkt am Wasser – zwischen Schule, Forschung und Stadtgesellschaft.
Langfristig sollen weitere Schulen und Standorte hinzukommen. Die Warnow-Sonde versteht sich dabei ausdrücklich als offenes Mitmachprojekt: Hard- und Software basieren weitgehend auf Open-Source-Komponenten, auch die erhobenen Daten sollen perspektivisch öffentlich nutzbar werden.
Echte Daten. Echte Forschung. Echte Wirkung.
Mit der ersten Warnow-Sonde beginnt nicht nur ein neues Schulprojekt. Es entsteht ein wachsendes Netzwerk aus Forschung, Bildung und gesellschaftlicher Beteiligung an regionaler Umweltbeobachtung.
Für MikroMINT ist das ein wichtiger Schritt: Jugendliche erleben, wie moderne Meeres- und Umweltforschung funktioniert, welche Rolle Technik dabei spielt und welchen Beitrag sie selbst leisten können.
Wir danken dem IOW, dem Projekt PromOcean im Ocean Technology Campus Rostock, der Borwinschule sowie allen beteiligten Partnern für die starke Zusammenarbeit und freuen uns auf die nächsten Messdaten aus der Unterwarnow.
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